Kommentar: Es geht (nicht) anders

Es klingt merkwürdig, wenn man das so sagt, aber: Veränderung geht nicht ohne Veränderung. Wenn wir alle Veränderung wollen, dann müssen wir uns – und die Dinge – verändern. Wir müssen nicht Autos und Flüge verbieten. Wir müssten es aber besser regulieren. Der Verkehrs-Kollaps ist nur ein Aspekt. Es ändert sich nur nichts, weil die Autohersteller dumm und dämlich verdienen. Wir müssen weniger Plastik herstellen. Das geht aber nicht, weil sich die Chemiehersteller dumm und dämlich verdienen. Wir müssten Inlandsflüge verbieten. Das geht aber nicht, weil die Fluggesellschaften sich dumm und dämlich verdienen. Man kriegt den Punkt den ich äußern will.

Nur wenn wir die Probleme als ganz gesellschaftlich betrachten können wir sie lösen. Diese Probleme betreffen uns nämlich alle. Verkehr, Reisen, Jobs in der Industrie. Wir sollten uns eigentlich alle zusammentun und diskutieren. Nur leider rennen wir hier in ein großes Problem des 21. Jahrhundert. Ziviler Diskurs ist gar nicht mehr möglich. Es werden Menschen schwer verletzt oder gar getötet. Es läuft alles nur über den Impuls und durch die Filterblase. Es gab die letzten 5000 Jahre keinen zivilen Diskurs. Und jetzt, dank dem Internet, könnten wir ihn haben. Aber erst recht wegen dem Internet haben wir ihn nicht. (Schlecht, nicht wahr?) 

Wir leben in einem diffusen Gefühl aus Angst und gegenseitigem Hasses. Die kleine, laute Minderheit hat die große Mehrheit lahmgelegt und paralysiert. Jetzt ist jede Form von Veränderung im Vorhinein unmöglich gemacht. Aber es geht nicht anders. Wir müssen Reisen einschränken, Autoverkehr, Kohleverstromung am besten gleich beenden, mehr Windräder, mehr dezentrale Energieversorgung und mehr Speicherlösungen für Strom. Doch das will niemand in der Bevölkerung. Und die, die es vielleicht diskutieren wollen, haben Angst. Was ich vollstens verstehen kann. 

Wir haben uns hier unsere eigene Diktatur geschaffen. Inklusive Shitstorm und Hatespeech. Die Bösen wandern durch Stadt und Land, Facebook-Seite und Twitter-Feed, und terrorisieren die Unschuldigen. Und die Unschuldigen verbarrikadieren sich in in selbstgewählter Isolation. Im Endeffekt können wir nur hoffen, das mal etwas dagegen getan wird. Wovon man aber nicht ausgehen darf. Denn Facebook will weiterhin Milliarden verdienen, und hasserfüllte Menschen so stark durch ihr Gehirn gesteuert werden, das sie lieber Selbstmord begehen würden, als Einsichtig zu sein. Mit gesundem Menschenverstand kommt man hier nicht weit. 

Was kann man also machen? Wir umgehen das System. Wir gehen auf Demos, halten uns aus dem Internet fern, und umschiffen die Hater. Ihre Attacken müssen ins Leere laufen. Sie können sich ja gern gegenseitig terrorisieren. Der Mensch mit dem gesunden Menschenverstand sollte lieber in Diskurs mit anderen normalen Menschen gehen. Sich lieber in das Zwiegespräch mit friedlichen Menschen begeben. Die Hater bleiben eh unter sich. Denen ist egal, wen ihr Hass trifft. Sie wollen sich nur für einen kurzen Moment besser fühlen. Lasst sie allein. Lasst sie in Frieden. Am Ende geht es um den Erhalt der Menschlichkeit. Und das, sollte uns alle betreffen.

Published by N. Burg

N. Burg is a writer. He discovered his passion for writing at the age of 17. Since then he wrote a vast body of work. He also likes reading, cats, the manga One Piece, and thinking.

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