Kommentar: Die (verlogene) Killerspiel-Debatte

Man muss sich folgendes vor Augen halten. Es beobachten und verinnerlichen. Es gab in Deutschland diverse Amokläufe an Schulen. Und was war die Konsequenz: Videospiele werden strikter verkauft. Ich kann nicht genug kotzen. Ich kann nicht verstehen, wie bei einer so schwierigen und komplexen Debatte um Schule, die Jugend und persönliche Biographien, die einzige Konsequenz das verschärfen des Jugendschutzes gewesen ist. Es geht nicht in meinen Kopf. 

Denn um diese Punkt sollte es gehen. Wir haben nie über die Amokläufer diskutiert. Nie ihre Lebensbiographie angeguckt, sich nie um ihre schulischen und persönliche Umstände gekümmert. Dafür ist es jetzt auch zu spät. Wie dem auch sei. Worum haben wir uns denn gekümmert? Wir haben zwei Wochen über Computerspiele diskutiert und dann ist das ganze ergebnislos versandet. Es gab dann den berühmten Kampfbegriff der „Killerspiele“. 

Und wo wir schon davon sprachen. Niemand schien eine Ahnung davon zu haben. „Mit Videospielen trainiert man Waffengebrauch“ hat es geheißen. Oder, das „Videospiele aggressiv machen“. Nichts von beidem hat je gestimmt. Man kann mit Mausklicks nicht den Waffengebrauch trainieren. Kein einziger Spieler kann mit einer Waffe umgehen. Und es konnte auch nie bewiesen werden, dass Ego-Shooter aggressiv machen. Es war eine Scheindebatte um Argumente, von Leuten, die von nichts eine Ahnung hatten.

Aus dem Jahr 2019 betrachtet heraus machte es mich immer noch wütend. Politiker im Aktionismus und eine Bevölkerung, die die Spieler in Sippenhaft genommen hatten. Zum Glück gab es keine Amokläufer an Schulen mehr seit vielen Jahren. Es kann jedoch jederzeit wieder passieren. Gott bewahre es passiert nie wieder. Dennoch. Falls ja, dann gucken wir nach Hintergründen und Motiven und schlagen verächtlich auf harmlose Spieler ein, die einfach nur Stress abbauen und Spaß an Taktik, Geschick und Geschwindigkeit haben. Danke. 

Published by N. Burg

N. Burg is a writer. He discovered his passion for writing at the age of 17. Since then he wrote a vast body of work. He also likes reading, cats, the manga One Piece, and thinking.

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